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Vom Foto zum finalen Bild

Eine "kleine" Beschreibung wie die Fotografien entstehen

 

Da ich oft gefragt werde, wie die Bilder entstehen, ob es Montagen sind und ob ich diese bearbeite, dachte ich mir, dass ein paar Infos nicht schaden ;)

Vorweg: alle Bilder sind KEINE Fotomontagen. Ich kopiere also niemals verschiedene Dinge in Bilder, oder tausche den Himmel aus und dergleichen ;)

In erster Linie gehe ich kreativ mit der Kamera um. D.h. Ich suche nach Blicken, die etwas ungewöhnlicher sind. Ein Teil dieser etwas anderen Gestaltung trägt sicherlich meine Leidenschaft in der Malerei und Kunst bei. Seit ich denken kann, habe ich mich immer mit Kreativität in der Kunst und Musik beschäftigt. Die Kamera ist für mich die Alternative zur Malerei mit welcher ich alles ausdrücken kann, was mich bewegt. Ich suche ständig nach besonderen Perspektiven, die ein Foto außergewöhnlich machen. 

Dazu gehört auch, sich mal mit der Kamera auf den Boden zu legen, also Dinge die man normalerweise nicht so tun würde...

Ein weiteres Anliegen ist es mir, die Heimat gänzlich anders zu zeigen und Menschen mit positiven und schönen Dingen zu begeistern bzw. anzusprechen. Negative Themen finden sich andernorts leider genug....

Die Bildbearbeitung:

Es ist ein leidliches Thema. Der Begriff, dass etwas gephotoshoped ist, sobald es von einer nichtssagenden Aufnahme abweicht, kann man immer in allen möglichen Foren und Diskussionen lesen (habe ich schon erwähnt, dass ich Foren nicht mag ?....zu viele Menschen, die zu viel Zeit haben und sich am Ende einer Diskussion erschießen würden, wenn sie nicht durch das virtuelle Netz voneinander getrennt wären....;))

Es gibt auch gute Beiträge und man lernt nie aus, aber leider auch viel Unwissen und Profilierungssucht, welche man besser löschen sollte. Daher verschwende ich hiermit keine Zeit und mache lieber meine Bilder.

Ja, auch ich nutze teils Photoshop für die finalen Daten, da es ein mächtiges Programm ist und ich einfach schnell zu den Ergebnissen komme, die ich möchte. Ich sehe es aber, in Verbindung mit Lightroom, als MEINE Dunkelkammer. Früher habe ich auch einige Erfahrungen in der echten Dunkelkammer sammeln können und weiß, wie das mal funktionierte....

Wenn man bedenkt, dass großartige Aufnahmen zu einem entscheidenden Teil erst in der Dunkelkammer entstanden sind, so sollte man heutzutage die moderne Technik keinesfalls verteufeln und denken, dass man ja nichts bearbeiten darf. 

Wer das Negativ von Ansel Adams "Moon over Hernandez" kennt, der weiß, dass er einen gehörigen Teil erst in der Dunkelkammer schuf ! Teils mehrere Stunden hat er in der Dunkelkammer an einem !!! Bild gearbeitet, bis er vollständig zufrieden war. Aber auch hier war das Negativ schon eine sehr gute Aufnahme.

Früher hatten auch die Filme einen gehörigen Anteil am Aussehen des Bildes. Die einen Filme hatten eine Tendenz ins Blau, die anderen ins Gelb etc. Teils hatten die verwendeten Filme eine knallige Farbwiedergabe, die in keinster Weise der Realität entsprach ! 

Was sollte also hier der Unterschied sein, wenn man diese Möglichkeiten in der Bearbeitung anwenden kann (aber nicht muss). Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.

Übertragen auf das Hier und Jetzt: bei allen digitalen Möglichkeiten darf man nicht vergessen, dass es immer noch einer guten Aufnahme bedarf, wenn am Ende das perfekte Bild (wenn es das denn überhaupt gibt) entstehen soll.

Was mache ich also genau ?

Hier meine Vorgehensweise:

  1. Das Bild muss bei der Aufnahme schon perfekt für mich aussehen. Es muss mich begeistern. Ich wähle vor Ort den Ausschnitt, weiß ob es später ein Quadrat, oder ein Panorama, oder ein 3 zu 2 etc. Format werden soll.

  2. Ich wähle das hierfür passende Objektiv

  3. Ich warte....auf den richtigen Moment, das richtige Licht und schaue mir auch alternative Standpunkte an. Erst wenn mein Bauchgefühl stimmt mache ich die Aufnahme. Meist entdecke ich noch alternative Standpunkte und mache auch gerne ein paar Aufnahmen mehr. Ich achte besonders auf die Belichtung, damit keine ausgerissenen Lichter (zu hell) oder komplett schwarze Schatten entstehen. Auch wenn es im Display nicht so dramatisch aussieht, bin ich sicher, dass sämtliche Informationen zum Bild gespeichert sind !

  4. 90 % der Aufnahmen entstehen mit Stativ, um die perfekte Schärfe zu erreichen.

  5. Nach der Aufnahme importiere ich die Bilder in Lightroom und treffe direkt meine erste Auswahl aus den Bildern.

  6. Ich stelle diverse Punkte ein und hier bemerke ich, ob das Bild wirklich perfekt ist. Wenn ich länger als 5 Minuten für ein Bild benötige, dann stimmt etwas nicht und zeigt mir, dass das Bild nicht optimal ist.

  7. Für SW-Fotografie exportiere ich ein recht neutrales Bild aus Lightroom und taste mich in den Tonwerten (in Photoshop) Stück für Stück an das finale Bild. 

  8. Für Farbbilder verwende ich zum großen Teil die Lightroom Version. Für größere Formate (Panoramen) allerdings final in Photoshop, da hier die Details besser gesehen werden.

  9. Generell ist es ein "Herantasten" an die richtige Schärfung, Tonwerte und Kontraste. Ggf. noch Sensorfleckenentfernung und der finale Bildausschnitt. Auch mal ein Regentropfen wird entfernt, denn man wischt sich ja auch Wasser aus dem Auge, wenn es stört.....Jedoch niemals eine Fotomontage und dergleichen. Alle Bilder sind exakt in der Art und Weise fotografiert, wie sie am Ende zu sehen sind. Das ist für mich der besondere Reiz. 

  10. Alle Einstellungen nehme ich so vor, damit das Bild sich mit meinem Erlebnis vor Ort deckt und ich wieder das Gefühl habe, ich stehe wieder dort.

Ich finde es immer amüsant, dass weitläufig die Meinung vertreten wird, dass das Bild im JPEG Format, am besten mit Handy, das "wahre" Bild sei und sich hier das "Können" zeigt. Ja, ein Top-Fotograf kann auch mit dem billigsten Elektroschrott eine großartige Aufnahme machen, aber hierzu gehört auch ein wenig Glück. Auch die analoge Fotografie wird so gerne als das Ultimative dargestellt. Aber auch hier: sämtliche Bilder sind immer "verfälscht" von der Realitiät, denn je nach Filmauswahl, Dunkelkammerarbeit etc. kommen die Bilder dabei heraus, die der jeweilige Fotograf so entschieden hat...für mich kein Unterschied zur digitalen Technik. Aber ich schätze beide Formate, und letztlich zählt nur das Ergebnis. 

Was den meisten nicht bekannt ist: auch im JPEG Format erhält man eine Verfälschung denn jede Kamera stellt im JPEG Format selbständig die Schärfe, den Kontrast, die Farbsättigung ein. Dies hängt schlicht und ergreifend mit der digitalen Technik zusammen und kann in Fachbüchern detailliert nachgelesen werden. Im RAW Format hat man das pure Negativ mit allen Bildinformationen und man muss diese Einstellungen selbst vornehmen.

Ich fotografiere ausschließlich im RAW Format, um alle Informationen in den Bilder zu erhalten, insbesondere die Lichter- und Schattenbereiche. Diese sind bei der Wandlung ins JPEG-Format für immer verloren. Das RAW Format ist sozusagen, das digitale Negativ.

Was ich nicht nutze, sind diverse vollautomatische HDR Funtkionen mit mehreren Bildern.

Ich mag den "Look" der automatisierten HDR Aufnahmen nicht mehr. Am Anfang fand ich das toll...naja, der Geschmack ändert sich.

Wenn es ein helles Licht erfordert, so wird dieses manuell aus 2 oder 3 Aufnahmen korrigiert (das zählt für mich nicht zu einer Fotomontage, da eine digitale Kamera nur begrenzt in der Lage ist, den riesigen Dynamikumfang abzubilden den unser Auge wahrnehmen kann ! Dies ist quasi auch eine HDR Bearbeitung, aber das Bild wird nicht mit einem futuristischen Look überzogen ;) Das ist meist nur bei Nachtaufnahmen, mit künstlichen Lichtern im Bild, notwendig.

Große Panoramen werden aus mehreren Einzelbildern zusammengesetzt. Insbesondere wenn ich viele Details sehen und erhalten möchte, die mit einem Weitwinkel verloren gehen.

Sämtliche Farben sind in den Negativen enthalten. Hier wird nicht grün zu rot umgefärbt und dergleichen...

Der abschließende Schritt ist der Ausdruck der Fineartprints auf Hahnemühle-Büttenpapier. Das finale Bild in den Händen zu halten ist der perfekte Abschluss der Arbeit. Nur Bilder, bei welchen sich der Ausdruck lohnt, sind die für mich richtig gelungenen Aufnahmen. Da der Ausdruck kein billiges Unterfangen ist, überlegt man zweimal, ob dieser es wirklich wert ist.

Fazit: Bildbearbeitung ist ein Muss und einzig mein eigener Stil und meine Augen geben mir den Weg vor, wie ich ein Bild bearbeite. Daher erfordert jedes Motiv auch eine individuelle Herangehensweise....und kein Foto wird jemals zu 100 % die Realität darstellen können, wie wir es vor Ort sehen, denn jeder sieht es auf die eigene Art und Weise. Mein Ziel ist es, mit einem Bild Begeisterung für das Schöne auf der Erde zu erzeugen und wenn mir das nur ansatzweise gelingt, habe ich mein Ziel schon erreicht !

 

Viel Spaß an den Fotografien !


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